Das Erbrecht und Immobilienrecht in Spanien

Das Erbschaftsrecht Spanien, Auslandsimmobilien, Zwangsversteigerung und Zwangsvollstreckung im Ausland

Die Erbrechtsangelegenheiten in Spanien bestimmen sich nach dem Heimatrecht des Erblassers. Das bedeutet wenn ein Erblasser die deutsche Staatangehörigkeit besitzt muss deutsches Erbrecht angewandt werden.
Dies auch in Spanien. Desweiteren werden Testamente und Erbscheine welche in Deutschland wirksam sind auch in Spanien anerkannt. Diese müssen nur von einem öffentlich vereidigten Übersetzer ins Spanische übersetzt werden und mit der Haager Apostille versehen werden.

Es ist allerdings ratsam, dass die Erben innerhalb von 6 Wochen nach einem Todesfall die Annahme der Erbschaft vor einem spansichen Notar erklären und dies auch beurkunden lassen. Dies erleichtert die Umschreibung im spanischen Grundbuch sehr.
Hier sollte auch gleich der Absicherungsplan der Immobilienakuthilfe, Zwangsversteigerung verhindern, rein vorsorglich, mit eingebunden werden.

Für die Nachlassabwicklung bei mehreren Erben ist die Erteilung einer Vollmacht über den Tod hinaus oftmals ein unentbehrliches Hilfsmittel.
Da aber Vollmachten nach spanischem Recht bei Tode des Vollmachtsgebers erlöschen sollte man in der Vollmachtsurkunden wohlweislich deutsches Recht wählen und auch festschreiben, dass dieses deutsche Recht auch nach dem Tode wirksam bleiben soll.

Steuerrecht

Die Steuersätze werden von den einzelnen autonomen Regionen in Spanien festgelegt und bewegen sich abhängig von der Höhe des Erwerbs zwischen 7,65 und 34 Prozent. Außerdem wird eine gemeindliche Steuer auf den fiktiven Wertzuwachs von Immobilien erhoben plus valia), wenn Erwerber nicht die Kinder oder der Ehegatte sind.
Innerhalb von sechs Monaten nach dem Todestag müssen beschränkt steuerpflichtige Erwerber bei einer besonderen Abteilung der Agencia Estatal de Administraticion Tributaria in Madrid eine Steuererklärung mit den erforderlichen Unterlagen einreichen. Die Frist kann auf Antrag um weitere sechs Monate verlängert werden. Mit der Steuererklärung muss man die Steuer selbst errechnen und diese sofort zahlen. Man kann aber auch die Festsetzung der Steuerschuld durch die Steuerbehörde beantragen. Weitere Informationen über das Steuerverfahren auf der Website der Agencia Estatal de Administraticion Tributaria.

Zu 95 Prozent steuerfrei bleibt der Übergang eines selbstgenutzten Familienwohnheims auf den Ehegatten oder Verwandte der ersten Ordnung mit einem Maximalbetrag von ca. 125.000.- Euro. Diese Steuerbefreiung gilt aber nicht für Schenkungen und auch nicht für Objekte, die nur als Ferienhäuser genutzt werden.
Die persönlichen Steuerfreibeträge sind nach verschiedenen Steuergruppen gestaffelt und richten sich nach dem Verwandschaftsgrad zum Erblasser. Insgesamt sind die Freibeträge niedriger als in Deutschland.

Für die Erbschafts- und Schenkungssteuer existiert kein deutsch/spanisches Doppelbesteuerungsabkommen, so dass der Erwerb ausländischen Vermögens auch der deutschen Erbschafts- und Schenkungssteuer unterliegt. Das Finanzamt legt bei der Steuerberechung den Verkehrswert zugrunde. Eine steuerliche Doppelbelastung wird dadurch abgemildert, dass die spanische Erbschaftssteuer auf die deutsche Steuerschuld angerechnet wird.

Schenkungen

Schenkungen müssen aufgrund der Geltung der deutschen Formvorschriften notariell beurkundet werden, auch wenn sich der Grundbesitz in Spanien befindet. Zweckmäßigerweise werden Schenker und Beschenkter aber die Schenkung vor Ort beurkunden lassen oder zumindest für die Grundbucheintragung einen spanischen Notar hinzuziehen.